Die Geschichte der Familie Cuvaj

Die Villa Ena ist nach unserer Grußmutter Helena Cuvaj de Invanska benannt, nachdem Ena sowie Ihr Vater und Großvater auch in der Villa auf eigenen Bildern und Ihr Großvater als Büste präsent sind.
Die Geschichte der Familie Cuvaj ist ein Spiegel der historischen Umbrüche und Turbulenzen Anfang des 20. Jahrhunderts. Gerade Istrien mit Opatija wurde in dieser Zeit stark durch den Habsburger K+K Einfluss geprägt und so entstand eine mondäne Region, die als Urlaubsort von vielen Wiener Familien genutzt wurde.Allerdings verlor die Kaiserliche Monarchie mehr und mehr an Zustimmung und gerade in Kroatien entstanden die ersten Proteste.
In dieser Zeit wurde Ena’s Großvater Slavko Cuvaj de Ivanska am 20 Januar 1912 durch Kaiser Franz zum königlichen Kommissar ( Ban ) für Kroatien-Slawonien ernannt. Die Familie erhielt wurde in diesem Zusammenhang in den Adelsstand berufen und Slavko Cuvj zum Baron ernannt. Es gelang ihm jedoch nicht, die Kroatisch-Serbische Koalition zu zerschlagen und die Situation eskalierte mit weiteren Streiks sowie Ausdruck der zunehmenden antiungarischen Stimmung, die in zwei Attentatsversuche auf Slavko Cuvaj im Lauf des Jahres 1912 resultierten. Im Juli 1913 wurde Slavko Cuvaj vom König Károly Graf Khuen-Héderváry seines Amtes enthoben, sollte allerdings die kommissionelle Verwaltung Kroatien-Slawoniens jedoch bis Ende des Jahres unter der Leitung fortzuführen. Nach seinem Sturz zog sich Slavko Cuvaj aus dem politischen Leben zurück und verließ Kroatien.
Im Zuge des ersten Weltkrieges zerfiel die Habsburger Monarchie und so wurde am 29. Oktober 1918 auf bisher österreichisch-ungarischen Gebiet der Staat der Slowenen, Kroaten und gegründet, der sich am 1. Dezember mit den Königreichen Serbien und Montenegro zusammenschloss und in das Königreich Jugoslawien überging.


Ena‘s Vater, Baron Dr. Adolf Cuvaj de Ivanska war kroatischer Wirtschafts- und Rechtsschriftsteller. Er studierte in Wien und Cluj, wo er 1905 seinen Doktortitel in Rechtswissenschaften erlangte. In den Jahren 1905–23 bekleidete er herausragende politische und administrative Positionen in Ministerien in Wien, Budapest und Belgrad. Als Sekretär der Handels- und Handwerkskammer in Zagreb (1923–36) organisierte er die Institution nach weltweiten Vorbildern neu. Er hat zahlreiche Artikel und Bücher im Bereich Handel und Industrie veröffentlicht
Ena’s Mutter Baronin Ella Höfken von Hattingsheim verstarb schon früh 1918 an der Spanischen Grippe als Ena nur 8 Jahre alt war.
Auf der Weltausstellung in Paris 1937 war Dr. Cuvaj Generalkommissar des jugoslawischen Pavillons, wo er seine zweite Frau die Malerin Dr. Roxane Cuvaj, geborene Zurunic, kennenlernte. Beide hatten eine Tochter Maria und lebten in Zagreb
Nach dem zweiten Weltkrieg entstand 1945 die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien, die die Familie jedoch auseinander trieb. Roxane glaubte nicht an das sozialistische Regime, wanderte mit der Tochter nach Österreich und musste sich von Adolf trennen. Ena’s Vater wurde auch zunächst durch die neuen Machthaber interniert und schlussendlich enteignet. Er wurde jedoch nach kurzer Zeit mangels Grundlage wieder entlassen und ihm wurde eine kleine Wohnung in seinem ehemaligen Haus zugewiesen, allerdings hat er nie wieder arbeiten können.
Ena lebte in Zagreb, heiratete Alexander Egersdorfer und beide bekamen den gemeinsamen Sohn Tomislav, unseren Vater.
Auch für Ena trieb der Krieg die Familie auseinander. Alexander wurde eingezogen, kam jedoch aus dem Krieg nie zurück, so dass auch Ena eine alleinerziehende Mutter blieb.
Tomislav wuchs in Zagreb auf, verließ jedoch mit seiner Frau und den beiden Töchtern Jugoslawien und kam nach einem längeren Aufenthalt in Österreich nach Deutschland.


Euer „Host“ Diana ist zwar noch in Zagreb geboren, ging aber bereits mit 5 Jahren in Wien zur Schule und kam mit 12 Jahren nach Deutschland.
Nach einigen Stationen in London, Paris und Berlin leben wir heute in Düsseldorf und kommen gern zurück nach Kroatien wo wir immer noch die, aus heutiger Sicht faszinierende Geschichte der Region erleben können.
Die Villa ist mittlerweile für uns der zentrale Platz geworden, wo die ganze Familie sich generationsübergreifend treffen kann, so dass sich für und hier der Kreis wieder schließt.
Es ist uns eine große Freude diese Faszination mit den Gästen der Villa Ena zu teilen und wir wünschen eine tolle Zeit in unserem Ferienhaus.